Sonne geniessen – aber richtig
Der Sommer steht vor der Tür: Ob Biergarten, Schwimmbad oder Strand, jeder möchte nur noch raus in die Sonne. Ihre Strahlen wirken wie eine Kur für Körper und Seele. Das Sonnenlicht ist wichtig für die Bildung von Vitamin D. Dieser Vitalstoff ist unerlässlich für die Funktion des Herzens, des Gedächtnisses und für einen gesunden Knochenaufbau. Doch viele Menschen unterschätzen die Kraft der Strahlen und riskieren durch intensives Sonnenbaden Schädigungen der Haut. Dr. med. Stefan Duve, Dermatologe im Haut- und Laserzentrum an der Oper in München und Partner bei stadtärzte.de sagt, was man tun kann, um gut geschützt und sicher die heilende Kraft der Sonne geniessen zu können.
Wie sieht Ihrer Meinung nach der optimale Sonnenschutz aus?
Der optimale Sonnenschutz richtet sich nach dem Hauttyp. Sehr helle Hauttypen sollten weitestgehend auf Sonne verzichten, nie in der Mittagszeit und immer mit hohem Lichtschutzfaktor oder bedeckender Kleidung. Dunkle Hauttypen brauchen weniger starken Lichtschutz.
Welche verschiedenen Hauttypen gibt es?
Man unterscheidet Hauttyp eins bis vier. Der erste ist ganz hell, meist rothaarig, bekommt immer Sonnenbrand. Der zweite Typ ist hell, aber wird auch braun. Der dritte mediterrane Hauttyp und der vierte mit dunkler Haut bekommt fast nie Sonnenbrand. Typ eins und zwei (siehe oben) müssen sich immer schützen.
Gibt es eine Faustformel, mit der man den Lichtschutzfaktor errechnen kann, das ein Sonnenschutzmittel für einen Erwachsenen haben soll?
Bei hellen Hauttypen für die gefährdeten Areale wie Lippen, Gesicht, Hals, Dekolleté, Handrücken niemals unter Faktor 30, bei schon geschädigter Haut Faktor 50.
Welche Vorteile bieten Textilien mit Sonnenschutz?
Den Vorteil, dass keine UV-Strahlung durch die Kleidung geht, besonders wichtig für Kleinkinder und Babies – in Australien und Kalifornien sehr verbreitet.
Zu welchen Zeiten ist ein Sonnenschutz absolut notwendig?
Generell wischen 11 Uhr und 15 Uhr und in den Sommermonaten.
Was muss man beim Sonnenbaden beachten, wenn man Medikamente nimmt?
Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit, d.h. man bekommt schneller einen Sonnenbrand oder die Haut reagiert allergisch. z.B. das Medikament Roaccutan, das gegen Akne eingesetzt wird. Gefährlich sind auch viele Antidepressiva und Johanniskraut.
Braucht die Haut nach dem Sonnenbad eine spezielle Pflege?
Bei trockener Haut empfehlen sich rückfettende Lotionen oder Cremes, evtl. auch rückfettende Masken.
Was empfehlen Sie gegen Sonnenallergie?
Auf jeden Fall Sonne meiden. Im Vorfeld hilft manchmal Solarium (aber nur wenige Sitzungen), ansonsten hilft meist nur Kortison nach dem Ausbruch.
Sonnenbrand ist eine Warnung der Haut. Wie sollte man ihn am besten behandeln, um Spätschäden zu vermeiden?
Er sollte kein weiteres Mal vorkommen. Bei starkem Sonnenbrand hilft Aspirin, da es die Entzündung in der Haut unterbricht, äußerlich sollten ein bis zwei Tage cortisonhaltige Lotionen auf die geschädigte Haut aufgetragen werden.
Was muss man beachten, wenn man bei sonnigem Himmel Sport treibt, besonders auf dem Wasser wie z.B beim Rudern oder Segeln?
Am besten Schutz durch Textilien, ansonsten höchster UV-Schutz, d.h. Faktor 50 bei Hauttyp eins und zwei wichtig.
(Das Interview führte: Claudia Rammin)


