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Massage - Die Heilkräfte der Hände
Massage ist etwas Wunderbares: Sich hinlegen, ausstrecken und von Kopf bis Fuß durchkneten und berühren lassen. Jeder einzelne Muskel bekommt sein Maß an Aufmerksamkeit, Verspannungen lösen sich, der Stoffwechsel und die Durchblutung werden angekurbelt. Die „Glücksbotenstoffe“ Endorphine und Oxytocin durchfluten vermehrt den Körper und versetzen Geist und Seele in Hochstimmung.
Berührungen haben jedoch nicht nur einen Verwöhn-Effekt, sie können auch lebensnotwendig sein – für Frühgeborene, die sich durch Streicheln schneller entwickeln und dadurch früher entlassen werden können. Für Menschen, die von der Schulmedizin anerkannte Krankheitsbilder oder Beschwerden haben – von Asthma, Depressionen, über Migräne, Schlaflosigkeit bis hin zur Rehabilitationstherapie nach Sportverletzungen oder Operationen.
Die Heilkraft der Hände wurde bereits vor 5000 Jahren in ersten Anwendungen im asiatischen Raum nachgewiesen. Sie zählt somit zu einem der ältesten Heilmittel der Menschheit. Es wurde in Ägypten praktiziert, wie Wandreliefs belegen, im antiken Griechenland wurden Kranke und Sportler mit duftenden Ölen und Salben massiert, auch in Rom war die Methode bekannt.
Im Mittelalter verschwand die Kunst der Massage wegen „unsittlicher Entgleisungen“ in Freudenhäusern aus der ärztlichen Behandlung und tauchte erst im ./ 9. Jahrhundert wieder auf. Neben der Weiterentwicklung der direkten Einwirkung der manuellen Behandlung auf Haut und Muskulatur wurde die Bedeutung der Reflexbögen entdeckt und die Reflexzonentherapie sowie weitere spezifische Formen etablierten sich.
Heute ist das Angebot an Massage-Techniken vielfältig wie nie und die Heilkunst in der modernen Medizin anerkannt. Ob Spa, Badetempel oder Großstadtoase: die Liste der angebotenen Wellness-Behandlungen liest sich wie eine Reise um die Welt – von A wie Ayurveda, über Lomi Lomi, bis Z wie Zen Shiatsu. Öle und Düfte, Farben und Licht, Klang und Steine unterstützen den Wohlfühl-Effekt. Die Anwendungen richten sich an „gesunde“ Menschen, die sich entspannen, abschalten und ihre Gesundheit erhalten wollen.
Sie dürfen von Laien ausgeübt werden, haben entsprechend dem Heilpraktikergesetz keinen therapeutischen Anspruch. Ihre Wirksamkeit ist nicht oder kaum in klinischen Studien und Tests nachgewiesen. Einer der Gründe, weshalb sie den Sprung in die Leistungskataloge der Krankenkassen bisher nicht geschafft haben. Massagen auf Verordnung des Arztes – medizinisch indiziert – dagegen sind als Therapieformen wissenschaftlich bewiesen und dürfen nur von staatlich geprüften Masseuren oder Physiotherapeuten ausgeführt werden. Sie beherrschen die Kunst, über Druckpunkte oder Linien an Fußsohlen, Handflächen oder Rücken die Funktionen von Leber, Magen oder Nasennebenhöhlen zu steuern, durch Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen, Vibrieren Funktionsstörungen des Körpers positiv zu beeinflussen, Schmerzen zu lindern. Die fünf häufigsten Techniken: Klassische oder Schwedische Massage (teilweise auch in der Alter- nativmedizin verankert), Bindegewebsmassage (z. B. Erkrankungen des Nervensystems), Colon- massage (z. B. Darmträgheit), Periostmassage (z. B. Arthrose) sowie die Lymphdrainage (z. B. Rheuma) – alle von den Krankenkassen anerkannt.

