Gut gerüstet in der kalte Jahreszeit
Der gemütliche Höhepunkt des Winters ist erreicht, die entspannten Weihnachtstage sind vorbei, ein neues Jahr 2011 ist angebrochen... jetzt gilt es die letzten Wochen der kalten Jahreszeit gesund zu überstehen. Wie erfolgreich wir das schaffen, hängt davon ab, wie fit unser Immunsystem ist. Der Hamburger Facharzt für Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde und Partner bei stadtaerzte.de, Dr. Gerhard Diehl, sagt, wie Sie gesund durch Herbst und Winter kommen.
Gerade jetzt in dieser Jahreszzeit werden erhöhte Anforderungen an die körpereigene Abwehr gestellt. Welche Faktoren sind besonders belastend?
Stress! Der Körper kann zusätzlich durch eigens verursachte Faktoren geschwächt werden, wie z.Bsp. durch Schlafmangel, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und eine schlechte mentale Verfassung.
Was ist der Unterschied zwischen Grippe und Erkältung?
Bei der Grippe handelt es sich um die sogenannten Influenza Viren, da gibt es die Influenza A (der gefährlichste), B (etwas harmoloser), und C - wobei C kaum eine Rolle spielt, weil dieser nicht so verbreitet ist und man sich so auch nicht schnell anstecken kann. Während es sich bei der Erkältumg um andere Viren handelt, wie z.Bsp. Adeno, Rhino, Parainfluenza, RS Viren oder Coxsackie-Viren.
Was kann ich tun, um Schnupfen, Hustern und Halsweh den Kampf anzusagen?
Als Basis sollte man in erster Linie das Immunsystem stärken, indem man viel schläft, sich gesund ernährt, man sollte im Winter öfter mal einen Spaziergang machen, um keine trockenen Schleimhäute zu bekommen. Außerdem sollte man viel trinken, da auch Flüssigkeit die Schleimhäute befeuchtet. Das allerwichtigste ist: fassen Sie sich nie mit den Händen ins Gesicht, wenn Sie sich nicht vorher gewaschen haben! Damit kann man wirklich einiges bewirken. Wer keine Herz-Kreislauf-Gefäßerkrankungen hat, für den ist auch ein Saunagang oder Wechselduschen eine vorbeugende Maßnahmen. Außerdem ist in den winterlich beheizten Räumen ist stoßlüften wichtig!
Wann soll ich einen Arzt aufsuchen?
Das kann man unterteilen in etwas bürokratische Gründe oder rein medizinische Aspekte. Wenn man so krank ist, dass man nicht arbeiten kann, sollte man spätestens am dritten Tag zum Arzt gehen, weil ein Arbeitsbescheiningung benötigt wird. Medizinische Aspekte wären, bei hohem Fieber (über 39°), starke Hals- und Ohrenschmerzen, Atemnot, starke Muskel- und Gliederschmerzen, bei extremer Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Grundsätzlich kann man sagen, wenn die Symptome sich nach 7 Tagen nicht verbessern haben, dann sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Mit Kinder sollte man generell ein bisschen früher zum Arzt gehen!
Helfen Antibiotika gegen bakterielle Infekte der Atemwege?
Ja
Ist eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen sinnvoll, beispielsweise in Form von Tabletten?
Ich persönlich bin davon kein großer Fan, weil in der Pflanze Zusatzstoffe enthalten sind, die wir noch gar nicht kennen. Pflanzliche Inhaltsstoffe, die vielleicht noch als unbedeutend angesehen werden, helfen dem Körper, dass Vitamine besser angenommen werden, etc. Zink und Seleen sind ok, werden auch oft empfohlen, jedoch weiß man nicht wirklich in wie weit es effektiv etwas bringt. Bevor jedoch ein Mensch gar kein frisches Obst und Gemüse zusich nimmt, ist mit der Einnahmen von Vitaminpräparaten gut beraten!
Viele Menschen setzen bei der Behandlung von Erkältung auf die Kraft der Natur. Gibt es wirksame Heilpflanzen und Hausmittel?
Wenn sich zum Beispiel eine Erkältung mit ganz leichten Symptomen andeutet, dann kann man mit bestimmten homöopathischen Mitteln und Mitteln der Hausfrauenmedizin der Erkältung oder Grippe entgegenwirken. Wenn die Grippe oder Erkältung bereits fortgeschrittener ist, dann helfen diese Maßnahmen nicht mehr.
Hilft generell eine Immunisierung durch die Grippe-Impfung?
Ja, bei der Grippe, welche durch Influenza A und B verursacht wird schon. Bei der aktuellen Grippeschutzimpung wird auch der Schweinegrippevisus abgedeckt. Gegen Erkältungsviren hilft diese Impfung natürlich nicht. Man kann also nach einer Grippeimpfung nicht erwarten, dass man keine Erkälrtung bekommt.


