GO Ahead Consulting
Karriereberatung
Krisencoaching
Persönlichkeitsentwicklung
Autor:
Anja Gerber-Oehlmann ist Rechtsanwältin und zertifizierter Business-Coach. Sie ist auf Karrierethemen, Krisencoaching und Persönlichkeitsentwickung spezialisiert.
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„Wie viel Krise erträgt der Mensch?"
Ein Beitrag von Frau Anja Gerber-Oehlmann, Gründerin und Inhaberin von Go Ahead Consulting in München und Expertin für Karriere- und Krisencoaching.
Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen in den letzen Jahren verwundert es nicht, dass das Wort Krise so häufig gebraucht wird. Zukunftsangst, Leistungsdruck und die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes bestimmen unseren Alltag und machen viele Menschen krank. Stattdessen ersehnen wir uns insgeheim etwas anderes - nämlich Geborgenheit, Autonomie und ein erfülltes Leben.
Die Coaching Praxis von Frau Anja Gerber-Oehlmann, wird in den letzten Jahren vermehrt von Menschen besucht, die unter Stress leiden, über große Lustlosigkeit, Orientierungslosigkeit und depressive Verstimmungen klagen oder sogar bereits an einem Burnout-Syndrom erkrankt waren. Wenn Körper und Seele eines Menschen plötzlich in den Generalstreik treten und nichts mehr geht, nachdem vorher fast alles ging (!), dann darf man zu Recht sehr beunruhigt sein. Ob wir krank oder gesund durch unser Leben gehen, ist jedoch nicht unbedingt auf äußere Umstände zurückzuführen, oder allein eine Frage des Schicksals. Es ist vielmehr eine Frage des Wissens um die Grundgesetze des Lebens und der eigenen Gedanken und Bewertungen! Schon Epiktet, Philosoph der Antike, drückt dies so aus: „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Meinung über die Dinge!“
Die Stressauslöser
Befragungen haben ergeben, dass der heutige Stresspegel trotz Zeitmanagement-Seminaren und Wellness-Angeboten in den letzten Jahren angestiegen ist. Emotionale Belastungen, Ungewissheiten was die Zukunft betrifft und Zeitmangel, sind die aktuellen Faktoren, die bei den meisten Menschen Stress auslösen. Das Erleben von Stress hat vor allem mit unserem Verständnis von Zeit zu tun und der fehlenden inneren Erlaubnis, „nein“ sagen zu dürfen. Hinzu kommt noch, dass wir uns gerne auf scheinbar unveränderbare Umstände berufen – wie z.B. „ich muss arbeiten gehen“ oder „ich würde ja gerne mehr ausspannen, aber ich kann ja nicht weil…“ Damit verschieben wir die Verantwortung für unser (Nicht-)Handeln auf so genannte äußere Sachzwänge.
Natürlich sind auch die strukturellen Probleme in großen Unternehmen ein wichtiger Aspekt. Die sinkende Zahl der Mitarbeiter, zu Tode konfigurierte Prozesse, diffuse oder überzogene Erwartungen des Chefs, ständige Veränderungen... All dies führt zu Unsicherheiten, Multitasking, Prioritätskonflikten, Informations-Overload und dem Gefühl, dass das eigene Tun immer ferngesteuerter wird. Gleichzeitig verschwimmen durch das Fortschreiten der Kommunikationstechnologie die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatwelt.
Veränderung beginnt jedoch immer nur, wenn wir uns selbst ändern. In jeder Krise steckt daher auch immer die Chance für die eigene Weiterentwicklung, die jeder für sich nutzen kann.
Das Ergebnis von Stress
Ein Erschöpfungszustand oder Burnout, entwickelt sich langsam aber stetig über mehrere Jahre hinweg. Die ersten Anzeichen werden meistens verdrängt - als lästige Weh-Wehchen abgetan und man klagt über zu viel Stress.
Viele Menschen sind, während sie arbeiten, nicht bei sich selbst. Sie konzentrieren sich so sehr auf ihre Tätigkeiten, dass sie innerlich abschalten und ihren Körper nicht mehr spüren. Manch einer verzichtet sogar ganz darauf, Pausen zu machen und berichtet, dass er den ganzen Tag über weder gegessen noch getrunken hat. Erst am Abend bemerken sie dann, wie groß der Hunger oder Durst ist. Dies stellt ein hohes Maß an Unbewusstheit dar und geht auf die Dauer zu Lasten der eigenen Gesundheit. Unsere inneren Antreiber wie: „reiß dich zusammen“, „ich muss es schaffen“, „beeile dich“, „streng dich an“ oder „sei perfekt“ verhindern, dass wir innehalten und ohne Schuldgefühl auch einmal „nein“ sagen.
Wir ändern zunächst also nichts, die Selbstausbeutung geht weiter und dadurch nimmt der Leidensdruck langsam zu. Wir „müssen“ ja schließlich - und so erhöhen wir auch noch die Taktzahl.
Was machen Sie eigentlich bei Ihrem Auto, wenn bei 180 km/h die Öldrucklampe aufleuchtet? Geben Sie dann noch mehr Gas?
Unser Gefühl, nicht anders zu können, basiert vor allem auf unseren inneren Einstellungen und weniger auf den äußeren Gegebenheiten. Wir haben die freie Wahl, ob und wie wir in diesem Spiel mitspielen oder ob wir aus dem Hamsterrad der Erwartungen aussteigen wollen.
Wir spüren uns aber oft erst dann wieder richtig, wenn es schon fast zu spät ist. Anzeichen, die Sie aufhorchen lassen sollten sind u.a.: Sie fühlen sich weniger belastbar, unwirsch, selbstbezogen, aggressiv und selbstbemitleidend. Das nehmen aber auch die Menschen in Ihrer Umgebung wahr. Häufig kommt es deshalb zu zusätzlichen Konflikten und Auseinandersetzungen, die dann irgendwann Ihre Kräfte übersteigen.Und natürlich ganz zu schweigen von den körperlichen Symptomen, die sich einstellen, wie: Muskelverspannungen, Herzrasen, Magenbeschwerden, Rückenschmerzen, Migräne, etc.
So reduzieren Sie Stress
1. Legen Sie Immer wieder kleine Pausen ein, so geben Sie dem Tag wieder einen sinnvollen Takt. Sie lernen dadurch bewusster mit sich und Ihrer Zeit umzugehen.
2. Werden Sie sich klar darüber, was Ihnen wirklich wichtig im Leben ist. Korrigieren Sie eventuell den Kurs, den Sie eingeschlagen haben. Was erwarten Sie von Ihrem Leben?
3. Werden Sie sich Ihren inneren „Antreibern“, Überzeugungen und Werten einmal bewusst und überprüfen Sie, ob diese für Sie noch hilfreich sind. Überzeugungen kann man ändern!
4. Entziehen Sie sich der Droge Arbeit bzw. des dauernden Tätigseins und lernen Sie, auch einmal abkömmlich zu sein. Erheben Sie Anspruch auf Ihre Lebenszeit!
5. Dehnen Sie Ihre Aufmerksamkeit stärker auf andere, private Lebensbereiche aus wie Freunde, Familie, Gesundheit, Hobbies, etc., um daraus wieder Freude und Kraft zu schöpfen.
6. Überlegen Sie, wie Sie einfacher leben könnten – weniger ist oft mehr – und führt zu mehr Gelassenheit und innerer Ruhe.
7. Respektieren Sie Ihre Grenzen, bevor der Körper selbst zu radikalen Maßnahmen greift. Sorgen Sie für mehr Ruhe, Entspannung und Bewegung und nehmen Sie sich selbst ernst!
Verlangsamen Sie das Hamsterrad, klären Sie Erwartungen an sich und gewinnen Sie wieder das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu haben - das ist die wichtigste Voraussetzung, Krisen zu meistern und gesund zu bleiben – sowohl körperlich als auch seelisch.


