Beitrag von
Dr. S. Müller
FÄ für Plastische Chirurgie
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Dr. Geisweid & Dr. Kühlein
Prof Dr. med. Thomas-M.
Hernández-Richter
Dres. Müller & Müller
Plastische Chirurgie ist mehr als nur "Schönheitschirurgie"
Verkleinerungen, Vergrößerungen und Straffungen der Brust sowie sogenannte Rekonstruktionen, d.h. die Wiederherstellung nach Teil- oder Komplettentfernung der Brust wegen eines bösartigen Tumors zählen zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie. Im Vordergrund steht hierbei das Erzielen eines ästhetischen und harmonischen Gesamtkörperbildes.
Ausgangssituation sind Patienten mit unterentwickelter Brust, grotesken Warzenhofanomalien, übermäßigem Brustwachstum, das durch das Volumen im Alltag beschwerliche Auswirkungen hat, als auch schicksalshaften Veränderungen der Brustform oder auch Größe durch starke Gewichtsschwankungen, Bindegewebsschwäche, Schwangerschaften oder auch Tumorleiden der Brust.
Bei Brustverkleinerungen und -straffungen handelt es sich letztendlich um das gleiche operative Vorgehen. Bei der Straffung wird jedoch allein der zu große Hautmantel gestrafft, d.h. dem vorhandenen und auch vollständig verbleibenden Brustvolumen neu angepasst, geformt und positioniert. Im Fall der Brustverkleinerung wird zusätzlich noch das vorhandene Volumen um den gewünschten Anteil verringert und abschießend der Hautmantel entsprechend angepasst. Beide Verfahren können je nach individueller Ausgangssituation entweder in der sogenannten narbensparenden Technik (i-Technik/Lejour-Technik) oder in der „konventionellen“ Technik mit resultierenden T-förmigen Narben (T-Schnitttechnik) erfolgen.
Zur Brustvergrößerung stehen heute äußerst sichere Silikongelimplantate mit schnittfestem Gel zu Verfügung. Durch die Vielfalt an Größen und Formen sowohl als runde als auch als anatomisch geformte (tropfenförmige) Implantate kann hier eine sehr individuell auf die jeweiligen Gegebenheiten und Wünsche angepasste natürliche Brustform und Größe erreicht werden. Mit dem Resultat, dass die Patientinnen ein neues Selbstwertgefühl und Wohlbefinden erlangen.
Die Brustwiederherstellung nach vorangegangenen Tumoroperationen stellt besondere Ansprüche an die operativen Verfahren. Hier werden häufig noch die einfachen Wiederherstellungen durch Silikongelimplantate durchgeführt. Zunehmend setzen sich jedoch die komplexeren Rekonstruktionen mit eigenem Gewebe durch. Hierbei kann körpereigenes Gewebe vom Rücken. Bauch, Gesäß, oder auch von der Oberschenkelinnenseite benutzt und an die Brust verpflanzt werden. Dies erfordert teilweise aufwendige mikrochirurgische Techniken, die jedoch mittel- und langfristig gegenüber den einfachen Implantatrekonstruktionen viele Vorteile bieten, was vor allem bei jüngeren Frauen (jünger als 65 Jahre) zum Tragen kommt.
Ein völlig neues, jedoch seit zwei bis drei Jahren etabliertes Verfahren ist die Eigenfetttransplantation zur Vergrößerung der Brust. Es kann hiermit eine reine Vergrößerung erreicht werden, auch können Asymmetrien (angeboren oder infolge von Gewebe- oder Tumorentfernungen) ausgeglichen werden. Das Revolutionäre an dieser neuen Technik ist eine risikoarme, zum Teil ambulant und in lokaler Betäubung durchzu-führende Operation, bei der die Brust nur durch körpereigenes Fettgewebe vergrößert wird.
Durch das körpereigene Gewebe entfallen langfristige Folgeeingriffe, die zum Beispiel bei Kapselbildungen um Silikongelimplantate denkbar wären. Möglich wird dies durch die weiterentwickelte wasserstrahlassistierte Fettabsaugung (WAL). Dies ist ein sehr gewebeschonendes Verfahren, das es erstmalig ermöglicht, größere Mengen überlebens-fähiger Fettzellen und Fettstammzellen (Präadipozyten) zur Transplantation zu gewinnen. Auch hier zeigt sich die ständige Weiterentwicklung und Faszination der Plastischen Chirurgie im Streben nach neuen, narbensparenden Techniken.


