Innergy.
Lust auf Leistung.


Arabella von Liechtenstein
Dip.-Psychologin

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Partnerschaft:

 

Liebesglück gegen Stress


Die Psychologin Arabella von Liechtenstein beschreibt, was Paare tun können, damit die sogenannte Work-Life-Balance nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

„Ein Unglück kommt selten allein.“ Viel Stress im Job und zu Hause „hängt der Haussegen auch noch schief“. Von dieser Doppelpack-Belastung können viele Menschen leider „ein Lied singen“. Nun fragt man sich: Wer ist die Henne? Wer ist das Ei? Häufig lässt sich das auf der Reise der Ursachenforschung gar nicht mehr sagen. Sicher ist nur, dass das Berufs- und Privatleben in einer nicht trennbaren Wechselwirkung zuein-ander steht. Die Wichtigkeit einer glücklichen Paarbeziehung ist hierbei nicht zu unterschätzen. Gibt mir die Beziehung zu meinem Partner Rückhalt, Unterstützung, Geborgenheit und Freude, kann ich stressige Zeiten am Arbeitsplatz in der Regel gut abfedern. Das Gefühl eines sicheren Hafens, in den man  sich nach einem stürmischen Tag auf See zurückziehen kann, kann hilfreich sein, um sich nicht von schwierigen beruflichen Situationen vereinnamen zu lassen. Was aber, wenn „das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“?

Wenn Erschöpfung, Lustlosigkeit, Gefühle der Wertlosigkeit und Sinnlosigkeit überhandnehmen und das gesamte Leben „im Griff“ zu haben scheinen? Ein Burn-Out oder eine manifeste Depression ist meist nicht nur auf eine Ursache zurückzuführen. Auf der psychischen Ebene spielen hierbei ungesunde Denkmuster eine Rolle. Nicht die Situation an sich ist „stressig“, sondern auch, wie ich sie bewerte. Bewertet der Mensch die Lage als bedrohlich oder schwierig und schätzt dabei die eigenen Bewältigungsstrategien als gering ein, so reagiert er mit Stress und Hilflosigkeit.
Mit Hilfe eines Coachings oder einer Psychotherapie können Situationen entsprechend analysiert und therapiert werden. Während des Genesungs- und Veränderungsprozesses spielt der Partner eine große Rolle, ohne selbstverständlich einen Coach oder Therapeuten zu ersetzen. Der Partner kann helfen,
unangemessene Gedankengänge zu identifizieren, unrealistische Ziele und Erwartungen zu entlarven und zu positiven Aktivitäten ermuntern.

Die aktuelle Forschung zeigt, dass eine glückliche Partnerschaft die wertvollste Hilfe bei der Überwindung eines Burn-Outs ist. Im Umkehrschluss kann eine wenig befriedigende Partnerschaft ein großes Hindernis bei der Überwindung der Tiefphase sein. Besonders negativ wirkt sich hierbei aus, wenn der Partner häufig Kritik übt und abwertendes Verhalten zeigt. Aber auch das überfürsorgliche Verhalten eines Partners hat negative Auswirkungen auf den Genesungsprozess. Wird einem quasi alles abgenommen und man „wie ein rohes Ei“ behandelt, entwickelt man nur noch mehr Hilflosigkeitsgefühle und kann keine positiven Rückmeldungen mehr erhalten, „etwas geschafft zu haben“. Zeigt ein Partner eine oder mehrere dieser drei Verhaltensweisen, dann ist, nach aktuellem Forschungsstand, das Rückfallrisiko innerhalb von neun Monaten sechsmal höher als bei Personen, die ihre Partnerschaft als zufriedenstellend erleben.

Weitere Studien zeigen, dass eine Paartherapie bei der Behandlung von Depressionen große Unterstützung leisten kann, denn: je besser eine Partnerschaft, desto weniger dramatisch der Krankheitsverlauf. Und je besser die Partnerschaft, desto geringer das Rückfallrisiko. Es lohnt sich also, gemeinsam an der Qualität der Partnerschaft zu arbeiten. Denn „ein Unglück kommt zwar selten allein“, aber: „das Glück kommt oft zu zweit.“